Diözesan-Caritasverband Osnabrück, 24.03.2012

Teilhabe ermöglichen

Arbeit für Menschen mit Behinderung

Papenburg, 22. März 2012. Wie finden Menschen mit Behinderung und mittelständische Unternehmer zusammen? Das war die Frage bei einer Podiumsdiskussion unter dem Motto „Potentiale fördern – Teilhabe ermöglichen“. Veranstalter waren der Caritasverband für die Diözese Osnabrück und die Mittelstandsvereinigung der CDU des Bezirksverbands Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim . Mehr als 60 MIT-Mitglieder kamen in die Räume der Caritas-Werkstatt in Papenburg. 20 von ihnen waren mit einem Bus aus dem Ammerland angereist.

Diözesan- Caritasdirektor Franz Loth sagte in seinem Grußwort: „Das Gebot der Stunde ist: Menschen nicht auszuschließen, nicht vor der Türe stehen zu lassen. Wirtschaft und Gesellschaft müssen die Tür für Menschen mit Behinderung aufmachen. Das Behindern ist heilbar.“ Loth betonte: „Inklusion wird in der Regel dann schwierig, wenn sie konkret wird. Es ist eine Herkulesaufgabe, die Zeit, Geld und Ressourcen abverlangt.“

Der Bezirksvorsitzende der MIT Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim Hans-Dieter Klahsen   hob hervor: „Sowohl die öffentlichen Einrichtungen, die Arbeitswelt aber auch das Wohnumfeld müssen sich verändern. Nicht der Behinderte muss zur Einrichtung passen, sondern die Einrichtung zum Behinderten. Die Gesellschaft muss dies ermöglichen. Es gilt, sich dieser Herausforderung zu stellen“, so Klahsen .

Hauptrednerin war die Ministerialdirektorin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Brigitte Lampersbach . Sie erklärte: „Deutschland ist das erste Land, das die UN-Behindertenkonvention in einen nationalen Aktionsplan umgesetzt hat. Inklusion bedeutet Vielfalt und Buntheit von Anfang an und mittendrin. Im nationalen Aktionsplan sind im übertragenen Sinne der Bauherr Deutschland, der Architekt und Bauleiter das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Gewerke seien die Zivilgesellschaft als Ganzes.“

Man habe sich als Zeithorizont mit über 200 Einzelaktionen zehn Jahre gesetzt, so Lampersbach. Es komme darauf an zu schauen, was die Menschen könnten und nicht welche Einschränkungen sei hätten. Es gehe um die stärkere Eingliederung Behinderter in den ersten Arbeitsmarkt. Firmen nutzten Heilpädagogische Zentren zunehmend als verlängerte Werkbank. Die Unternehmen würden damit sich selbst und den sozialen Einrichtungen helfen. Es komme darauf an, die vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten bekannter zu machen – auch angesichts des demographischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels.

Hans-Heinrich Hebler , der Geschäftsführer des St. Lukas-Heims, nannte Beispiele, wie Mitarbeitende aus den Caritas-Werkstätten über ein Praktikum jetzt in Außenstellen arbeiten. Ein Busunternehmer aus Börger und ein junger Mann waren auch zu Gast und berichteten, wie zufrieden sie sind. Hebler forderte die Unternehmer auf, mehr Praktikums- und Arbeitsplätze anzubieten – auch für Gruppen. Die Caritas-Werkstätten würden sowohl die Mitarbeitenden mit Behinderung als auch die Arbeitgeber gut begleiten.

In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um Ängste der Unternehmer. Das Sonderkündigungsrecht für Menschen mit Behinderung, die Diskussion um den Mindestlohn, Zusatzurlaub und andere Bedenken kamen zur Sprache. Allerdings waren auch die Ressourcen der Beschäftigten Thema. Und die Vorteile der Mittelständler – auch im Hinblick auf die Suche nach Fachkräften in Zeiten einer Vollbeschäftigung.

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