Pressemitteilung

Sindelfingen mit dabei

Pluspunkte gibt der Caritas-Kampagne 2017 ein Gesicht

BOEBLINGEN. Am 21. Februar standen die Tore des Caritas-Zentrums Böblingen weit offen, um eine interessierte Schülergruppe zu einer Veranstaltung des Projekts "Pluspunkte" zu begrüßen. Die Caritas-
Schulsozialarbeiter aus Sindelfingen hatten interessierte Schülerinnen und Schüler der Martinsschule
sowie den Gemeinschaftsschulen Eichholz und Goldberg eingeladen, sowie zwei Vertreterinnen der Unternehmensgruppe Heinrich Schmid, die den Beruf des Malers und Lackierers vorstellte. Diese Aufgabe
übernahmen Malermeisterin und Ausbildungsbeauftragte Svenja Ponath zusammen mit ihrer Auszubildenden Selina Koß.
Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler über die Rahmenbedingungen einer Ausbildung zum Maler
und Lackierer informiert hatten, ging es ans Ausprobieren. Dann hieß es Malerkittel übergezogen und
ran an die Farbtöpfe. "Ich finde es toll, dass sich heute vierzehn Jugendliche aus drei Schulen auf den
Weg zu uns gemacht haben, weil sie sich für diesen Ausbildungsberuf interessieren. Und dass so eine
Veranstaltung Erfolg hat, zeigt das Beispiel von Selina Koß, die heute als Auszubildende hier ist", betonte
Susanne Sitzenfrei vom Projekt Pluspunkte.
Vor gut einem Jahr war Selina Koß selbst noch Teilnehmerin bei einer Pluspunkte-Aktion. Heute ist sie
als Auszubildende im ersten Lehrjahr bei der Unternehmensgruppe Heinrich Schmid beschäftigt: "Ich
wollte einen handwerklichen Beruf erlernen, wusste aber noch nicht was. Als dann unser Schulsozialarbeiter fragte, wer mit zur Baustelle möchte, um in den Ausbildungsberuf zu schnuppern, bin ich mit. Ich lernte Svenja Ponath kennen und von da an war für mich klar, dass ich bei Heinrich Schmid eine Ausbildung machen will", erklärte sie. Auch Onur, 17 Jahre alt, hat durch die heutige Aktion Lust auf den Ausbildungsberuf des Malers und Lackierers bekommen: "Die Veranstaltung heute motiviert mich, meine Ausbildung in dem Bereich anzugehen."
Das Projekt Pluspunkte gibt Schülern und Jugendlichen Einblicke in verschiedene Berufsbilder und unterstützt sie mit ehrenamtlichen Paten. Zudem stellt es Ausbildung als echte Alternative zu weiterführenden Schule vor. Diese Sonderform der Schulsozialarbeit wird nun schon im fünften Jahr in Folge von der Stand Sindelfingen vollfinanziert. Das Projekt Pluspunkte hat sich in der Schullandschaft als wichtiges Angebot bei Schülern und Unternehmen etabliert.

Einen Beruf zu finden, der zu einem passt, das ist manchmal gar nicht so einfach. Besonders schwierig
ist es für Jugendliche, die einen Fluchthintergrund haben und erst seit kurzem in Deutschland leben. Im
Projekt Pluspunkte kümmern sich die Schulsozialarbeiter um alle Jugendlichen, die so genannte Vermittlungshemmnisse
haben, das können beispielsweise schlechte Noten sein, oder noch nicht ganz so
gute Deutschkenntnisse. Deshalb leiht das Projekt Pluspunkte auch der diesjährigen Caritas-
Jahreskampagne das Gesicht. Auf einem der vier Motive der Kampagne ist Ausbildungsbeauftrage Svenja
Ponath zusammen mit Auszubildenden Selina Koß und Caritas-Bundesfreiwilligendienstler Esmatullah
Amini zu sehen. Gemeinsam werben sie unter dem Motto "Zusammen sind wir Heimat" für eine Gesellschaft
in der Menschen in ihrer Vielfalt zusammen arbeiten, lachen, gemeinsam Sport treiben und in
Freundschaft miteinander verbunden sind. Denn dafür setzt sich die Caritas ein: für eine offene Gesellschaft, in der wir einander Heimat geben. "Wir freuen uns, dass wir bei der diesjährigen Kampagne dabei sind. Wir teilen dieses Wir-Gefühl und wollen diese Atmosphäre auch in unserem Böblinger Caritas-Zentrum spürbar machen. In der Unternehmensgruppe Heinrich Schmid und in unseren anderen Kooperationspartnern spüren wir dieselbe große Offenheit für junge Menschen, ganz egal woher sie kommen. Bei uns zählt erst einmal der Mensch, woher jemand kommt, welcher Religion er angehört - das spielt alles keine Rolle. Und bei Pluspunkte funktioniert es genauso. Auch die Schulnoten sind, wenn überhaupt, erst auf den zweiten Blick relevant. Wichtiger ist doch, ob jemand motiviert ist und jeden Tag pünktlich zur Baustelle kommt", so Johannes Sipple, Fachleiter Soziale Hilfen der Caritas Schwarzwald-Gäu.