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Stand: 18.07.2017

Pressemitteilung

Kleiderkreisel spendet

Los Unterriedos - Schule macht Staat

Vier Schülerinnen vor Kisten voll mit Kleidung

Was ist Schule als Staat?
Schule als Staat ist das wohl größtmögliche Schulprojekt überhaupt, das am Gymnasium Unterrieden zum ersten Mal durchgeführt wurde: In einer Projektwoche wurde die Schule zum Staatsgebiet, die Zimmer zu Geschäften und Arbeitsplätzen, Schüler und Lehrer zu gleichgestellten Staatsbürgern - mit all ihren Rechten aber auch Pflichten. Sie gründeten und arbeiteten in vielen verschiedenen Betrieben oder als Beamte für den Staat in einer der staatlichen Institutionen und verdienten damit ihr Geld, das sie in der eigenen Staatswährung erhielten. Dieses konnte man für kulinarische Angebote und anderen Aktivitäten bei anderen Betrieben ausgeben.

Wichtige Entscheidungen trafen die vom Volk gewählten Politiker: Es gab einen Präsidenten, ein Parlament mit Abgeordneten aus verschiedenen Parteien, das Gesetze verabschiedete, an die es sich zu halten galt. Die Regierung versuchte mit ihren Behörden wie der Polizei, Arbeitsamt, Finanzamt, etc. für Recht und Ordnung zu sorgen. Bei diesem Projekt handelte es sich keinesfalls um ein Planspiel, es war eher eine Simulation eines "echten" Staates, denn alle Beteiligten (bekamen zwar Hilfestellung) waren aber schließlich frei in ihrer Entscheidung.

"Es war beeindruckend zu sehen, wie selbstständig und engagiert die Schüler ihre "Gesellschaft" gestaltet haben. Das Projekt Schule als Staat ist eine wichtige Simulation, die zeigt, wie vielschichtig und komplex ein Staat ist. Die Woche hat gezeigt, wie kostbar unsere Demokratie ist und wie wichtig es ist, dass wir uns alle als aktive Mitglieder dieser verstehen und sie mitgestalten!", resümiert Caritas-Schulsozialarbeiter Thomas Grünwald.

Ihrem Staat haben die Schüler auch einen Namen gegeben - Los Unterriedos. Natürlich konnten auch Besucher Los Unterriedos besuchen. Am Haupteingang konnten sie ein Visum beantragen. Die Rektorin Martina Fuchs hatte zum Auftakt und unter allgemeinem Jubel die Schlüssel des Hauses an David Frohnmayer übergeben, den Präsidenten des Gymnasiastenstaates. Bezahlt wurde mit der Währung Gusi, mit der sich bei mehr als 100 Betrieben in der Schule einkaufen lies. Es gab eine Flagge, ein Wappen und eine eigene Hymne.

Drei Parteien hatten sich gebildet, der Präsident wurde natürlich gewählt. Auch pflegten die Schüler Diplomatische Beziehungen: Am Freitag, den 18.Juli kam hoher Besuch ins Haus mit der
baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann, Sindelfingens Oberbürgermeister Bernd Vöhringer und der grünen Landtagsabgeordneten Thekla Walker.

Die Schülerinnen Emily Muschal, Tanja Coneva, Pauline Koch, Emma Widlroither (auf dem obigen Bild von rechts nach links) sowie Güsüm Baltaci und Kübra Bayazit haben sich für ihren Betrieb etwas Besonderes einfallen lassen. Bei ihrem "Kleiderkreisel" konnte jeder nicht mehr benötigte, aber noch gut erhaltene Kleidungsstücke spenden, gegen andere Stücke tauschen oder mit Gusis kaufen.
"Alles, was wir nicht verkauft haben, haben wir an die Caritas gespendet", sagt die 16-jährige Emma Widlroither.

Links

Das Gymnasium Unterrieden wird zu Los Unterriedos

Schule als Staat

www.losunterriedos.de

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