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Stand: 18.07.2017

Pressemitteilung

Bundesweite Aktion

Ökumenische Woche für das Leben

Dieser Frage begegnen wir täglich in unseren Schwangerenberatungsstellen der Caritas: Die Frage ist vielfältig und nur individuell zu beantworten. Aber was für alle gleich ist, ist die Erkenntnis, dass etwas Großes passiert, wenn ein neues Leben im eigenen Körper heranwächst. 

Und dieses große Thema braucht Unterstützung und Rat, dem sich die Caritas-Beratungsstelle in Böblingen widmet. Die Themen, mit denen die jungen Familien in diese kommen, sind so verschieden wie jeder einzelne Mensch und jedes neugeborene Kind individuell und einzigartig sind. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten: Zu beobachten sind Thementrends, die die Familien in ihrer besonderen Lebenslage beschäftigen. Dazu gehören die Frage nach bezahlbarem Wohnraum im Landkreis Böblingen sowie die Überwindung von sprachlichen Barrieren und finanziellen Schwierigkeiten. 

Sicherheit ist ein Grundbedürfnis des Menschen, vor allem, wenn die Verantwortung für ein Kind dazu kommt. Deswegen unterstützt die katholische Beratungsstelle der Caritas die Familien umfassend und oft über einen längeren Zeitraum hinweg: Das erste Beratungsgespräch findet typischerweise noch vor der Geburt statt. Die Caritas-Beraterinnen begleiten dann die Familie, bis das kleinste Kind das Alter von drei Jahren erlangt hat. Neben finanziellen Hilfen aus der Bundesstiftung Mutter und Kind, unterstützen die Caritas-Beraterinnen die werdende Frau dabei, sich zur Pränataldiagnostik eine eigene Meinung zu bilden. Darüber hinaus vermitteln die Beraterinnen zu anderen Beratungsstellen, beispielsweise wenn die Frau oder die Familie ein Kind mit Handicap auf die Welt bringen möchte oder bereits bekommen hat. Sie unterstützen beim Wiedereinstieg der Eltern in das Berufsleben oder helfen dabei, den richtigen Ansprechpartner in Erziehungsfragen zu finden. Für Mütter mit Migrations- oder Fluchthintergrund haben die Caritas-Beraterinnen in Böblingen mit finanzieller Unterstützung des Böblinger Dekanats die Möglichkeit geschaffen, im Caritas-Zentrum in einem vertrauten Rahmen Deutsch zu lernen - für Kinderbetreuung ist auch gesorgt.

Oft kommen unsere Mitarbeiterinnen aber an ihre Grenzen. Denn im wirtschaftlich starken Baden-Württemberg sind Alleinerziehende, kinderreiche Familien sowie die Kinder selbst von einem hohen Armutsrisiko betroffen. So sind landesweit ca. 358.000 Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg armutsgefährdet. Sie sind von Geburt an nicht nur einem höheren materiellen Armutsrisiko ausgesetzt, sondern unterliegen einem erschwerten Zugang zu Verwirklichungschancen, wie Bildung und Ausbildung. Sie können diese ungleichen Rahmenbedingungen selbst nicht beeinflussen und starten somit qua Geburt mit "schlechteren Karten ins Leben".

"Mit unserer Beratung gelingt es uns häufig, eine sehr vertrauensvoll, professionelle Beziehung zu den Müttern aufzubauen - unabhängig welcher Nationalität sie angehören. Wenn die Frau oder die Familie plötzlich Hilfe benötigt, sind wir häufig deren erste Ansprechpartner. Wir werden dann zum aktiven Vermittler zu anderen Beratungsstellen", betont Tina Binder, Fachbereichsleiterin Familie bei der Caritas Schwarzwald-Gäu, "in Böblingen besteht überdies das Angebot einer Bildungsfreizeit für Frauen und deren Kinder. Durch den intensiven Kontakt können wir auf diesem Weg viel für die Frauen und ihre Kinder tun. Flankiert durch den Kinderförderfonds Aktion Schatzsucher, der mit Hilfe von Spendengeldern finanzschwache Kinder und Jugendliche, die im Landkreis Böblingen ihren Wohnsitz haben, im Freizeitbereich fördert, wollen wir so der fortschreitenden Kinderarmut etwas entgegensetzen."

"Die Woche für das Leben setzt sich für etwas ein, das im reichen Baden-Württemberg eigentlich selbstverständlich sein sollte", unterstreicht Regionalleiterin der Caritas-Region Schwarzwald-Gäu Silvia Hall, "ein lebenswertes Leben für alle Kinder, Jugendliche und ihre Familien in einer ausreichend großen Wohnungen, mit ausreichend Bildungsmöglichkeiten und Gesundheitsfürsorge!"

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