Behinderung wird erlebbar gemacht
Caritas und Partner wollen bei Aktion im Mai Barrieren abbauen
„Jede
Barriere ist eine zu viel!“ Unter diesem Motto startet der diesjährige
Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am Mittwoch, 2. Mai
um 9 Uhr auf dem Eichstätter Residenzplatz mit Grußworten von Caritasdirektor
Rainer Brummer und dem Eichstätter Landrat Anton Knapp. Im Rahmen der
„Inklusionskampagne“ der privaten Förderorganisation Aktion Mensch wird die
Offene Behindertenarbeit (OBA) der Caritas-Sozialstation Eichstätt gemeinsam
mit verschiedenen Kooperationspartnern anschließend bis zum 5. Mai dort eine
Aktion rund um das Thema Barrierefreiheit durchführen.
„Bei
unserem diesjährigen Projekt geht es in erster Linie darum, Menschen ohne
Behinderung auf die alltäglichen Schwierigkeiten und Probleme von Menschen mit
Handicap aufmerksam zu machen“, erklärt die für die OBA der
Caritas-Sozialstation Eichstätt verantwortliche Mitarbeiterin Katrin
Wintergerst
. Nach ihrer Information sollen „durch einen
Perspektivwechsel“ an den ersten drei Tagen vor allem Schülerinnen und Schüler
ab der siebten Klasse und am Samstag von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr die breite
Öffentlichkeit auf praktische und anschauliche Weise mit dem Thema „Menschen
mit Behinderung“ vertraut gemacht werden. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
lernen etwas über die verschiedenen Formen von Behinderungen und machen
anschließend konkrete Erfahrungen, was es bedeutet, in einem Rollstuhl zu
sitzen oder mit einer Sehbehinderung zurechtzukommen“, will die
Caritas-Mitarbeiterin schon jetzt das Interesse wecken.
„Sinneszelt“ und
Alterssimulationsanzug vermitteln Eindruck
Dafür
wird auf dem Residenzplatz ein großer Parcours eingerichtet, der sowohl mit dem
Rollstuhl befahrbar als auch mit Simulationsbrillen begehbar ist. Zusätzlich
wird ein „Sinneszelt“ mit diversen Praxis-Stationen aufgebaut. Eine Station
heißt zum Beispiel „Schreiben mit einer spastischen Lähmung“. An einem
Kleintransporter des Bayerischen Roten Kreuzes Eichstätt kann ausprobiert
werden, wie man einen Rollstuhl mit Hilfe einer Rampe in ein Auto einlädt.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen Alterssimulationsanzug anzuprobieren.
Dabei können sich die Träger mit unterschiedlichen Altersgebrechen wie
schlechterer Beweglichkeit, vermindertem Hören und geringerer Sehfähigkeit
auseinandersetzen. Dieser spezielle Anzug wird von der Kampagne "ganz
jung. ganz alt. ganz
ohr
" des Bayerischen
Sozialministeriums zur Verfügung gestellt.
Die Kampagne wird an einem eigenen Infostand durch das Referat
Seniorenseelsorge der Diözese Eichstätt vorgestellt,
das
an der Kampagne beteiligt ist.
Diese will vor allem junge Menschen begeistern, "ganz Ohr" für
ältere und pflegebedürftige Menschen zu sein - und umgekehrt:
Jung und Alt werden auf kreative und spielerische Weise
zusammengebracht, indem sie zum Beispiel zusammen Musik machen, Videoclips drehen,
Theater spielen oder
tanzen. So soll
erlebbar werden, dass alte und pflegebedürftige Menschen keine „
Pflege“-Fälle
sind, sondern Persönlichkeiten mit
interessanter Geschichte, mit Träumen und Wünschen – und dass es sich lohnt,
aufeinander zuzugehen
und füreinander "ganz Ohr" zu sein.
Weitere Informationen zu der Kampagne gibt es auch im
Internet unter
www.bayern-ist-ganz-ohr.de
.
Betreut
wird der Parcours auf dem Residenzplatz von Studierenden der Fachakademie für
Sozialpädagogik in Eichstätt. Diese werden die Jugendlichen begleiten und für
zusätzliche Sicherheit sorgen. Den Kuchen- und Getränkeverkauf am Tag für die
Öffentlichkeit am 5. Mai hat der Elternbeirat des Kinderhauses der Dompfarrei
in die Hand genommen. Die Stadt Eichstätt stellt nicht nur den Platz und
Absperrgitter zur Verfügung, sondern unterstützt das Projekt auch finanziell
mit 150 Euro. Der Landkreis tut dies mit 500 Euro. Am Auf- und Abbau des
Projektes werden die Caritas-Werkstätten Ingolstadt und eine Klasse der
Berufschule Eichstätt mitwirken.
