Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 23.04.2012

Behinderung wird erlebbar gemacht

Caritas und Partner wollen bei Aktion im Mai Barrieren abbauen

„Jede Barriere ist eine zu viel!“ Unter diesem Motto startet der diesjährige Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am Mittwoch, 2. Mai um 9 Uhr auf dem Eichstätter Residenzplatz mit Grußworten von Caritasdirektor Rainer Brummer und dem Eichstätter Landrat Anton Knapp. Im Rahmen der „Inklusionskampagne“ der privaten Förderorganisation Aktion Mensch wird die Offene Behindertenarbeit (OBA) der Caritas-Sozialstation Eichstätt gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern anschließend bis zum 5. Mai dort eine Aktion rund um das Thema Barrierefreiheit durchführen.  

„Bei unserem diesjährigen Projekt geht es in erster Linie darum, Menschen ohne Behinderung auf die alltäglichen Schwierigkeiten und Probleme von Menschen mit Handicap aufmerksam zu machen“, erklärt die für die OBA der Caritas-Sozialstation Eichstätt verantwortliche Mitarbeiterin Katrin Wintergerst . Nach ihrer Information sollen „durch einen Perspektivwechsel“ an den ersten drei Tagen vor allem Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse und am Samstag von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr die breite Öffentlichkeit auf praktische und anschauliche Weise mit dem Thema „Menschen mit Behinderung“ vertraut gemacht werden. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen etwas über die verschiedenen Formen von Behinderungen und machen anschließend konkrete Erfahrungen, was es bedeutet, in einem Rollstuhl zu sitzen oder mit einer Sehbehinderung zurechtzukommen“, will die Caritas-Mitarbeiterin schon jetzt das Interesse wecken.

„Sinneszelt“ und Alterssimulationsanzug vermitteln Eindruck

Dafür wird auf dem Residenzplatz ein großer Parcours eingerichtet, der sowohl mit dem Rollstuhl befahrbar als auch mit Simulationsbrillen begehbar ist. Zusätzlich wird ein „Sinneszelt“ mit diversen Praxis-Stationen aufgebaut. Eine Station heißt zum Beispiel „Schreiben mit einer spastischen Lähmung“. An einem Kleintransporter des Bayerischen Roten Kreuzes Eichstätt kann ausprobiert werden, wie man einen Rollstuhl mit Hilfe einer Rampe in ein Auto einlädt. Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen Alterssimulationsanzug anzuprobieren. Dabei können sich die Träger mit unterschiedlichen Altersgebrechen wie schlechterer Beweglichkeit, vermindertem Hören und geringerer Sehfähigkeit auseinandersetzen. Dieser spezielle Anzug wird von der Kampagne "ganz jung. ganz alt. ganz ohr " des Bayerischen Sozialministeriums zur Verfügung gestellt.   Die Kampagne wird an einem eigenen Infostand durch das Referat Seniorenseelsorge der Diözese Eichstätt vorgestellt, das an der Kampagne beteiligt ist. Diese will vor allem junge Menschen begeistern, "ganz Ohr" für ältere und pflegebedürftige Menschen zu sein - und umgekehrt: Jung und Alt werden auf kreative und spielerische Weise zusammengebracht, indem sie zum Beispiel zusammen Musik machen, Videoclips drehen, Theater spielen oder   tanzen. So soll erlebbar werden, dass alte und pflegebedürftige Menschen keine „ Pflege“-Fälle sind, sondern Persönlichkeiten mit interessanter Geschichte, mit Träumen und Wünschen – und dass es sich lohnt, aufeinander zuzugehen und füreinander "ganz Ohr" zu sein. Weitere Informationen zu der Kampagne gibt es auch im Internet unter www.bayern-ist-ganz-ohr.de .

Betreut wird der Parcours auf dem Residenzplatz von Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik in Eichstätt. Diese werden die Jugendlichen begleiten und für zusätzliche Sicherheit sorgen. Den Kuchen- und Getränkeverkauf am Tag für die Öffentlichkeit am 5. Mai hat der Elternbeirat des Kinderhauses der Dompfarrei in die Hand genommen. Die Stadt Eichstätt stellt nicht nur den Platz und Absperrgitter zur Verfügung, sondern unterstützt das Projekt auch finanziell mit 150 Euro. Der Landkreis tut dies mit 500 Euro. Am Auf- und Abbau des Projektes werden die Caritas-Werkstätten Ingolstadt und eine Klasse der Berufschule Eichstätt mitwirken.

 

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